Garten

Spindelmäherin

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Ich bin eine Spindelmäherin, jawohl! Und zwar eine ganz begeisterte. Wenn Sie nicht wissen, was das ist – man könnte auch sagen: Rasenmäherin – mit einem Rasenmäher ohne Motor. Mit einem Spindelmäher eben. Solche Rasenmäher gab es früher ja nur. Als es noch keine elektrischen Gartengeräte gab. Ich kann nicht beurteilen, ob die moderne Wissenschaft hier Quantensprünge vollbracht hat. Ich kann mich an meine Kindheitsjahre mit einem Rasenmäher in der Hand leider nicht erinnern, obwohl ich bestimmt ein sehr fleißiges und rühriges Gartenhelferkind war (hüstel…) und so ist ein direkter Erfahrungsvergleich leider von mir nicht machbar. Aber ich kann sagen, wie gut mir dieser moderne Spindelmäher tut.

Was fand ich das Rasenmähen bis vor kurzem anstrengend! Dieser schreckliche Motorenkrach. Dieser Aufwand. Das Kabel, das mir immer wieder vorwitzig vor die Beine krabbelte. Zugegeben ist mein elektrischer Rasenmäher nicht mehr der jüngste, aber wenn ich auf den Nachbargrundstücken die neuesten Exemplare dröhnen höre, kommen die mir auch nicht leiser vor.

Ich habe diese Lautstärke als so unangenehm empfunden, dass ich das Rasenmähen immer wieder gerne verschoben habe. Und dann waren natürlich die Halme irgendwann so lang, dass ich sie oft schwer atmend vom Rasen UND aus dem Mäher kratzen musste. Stecker raus, Maschine umdrehen, säubern, Stecker rein, wieder von vorne loslegen. Rasenmähen war eine lästige Pflicht.

Jetzt aber habe ich diesen Spindelmäher und den trage ich am Griff wie eine Einkaufstasche aus der Laube und dann schiebe ich ihn über den Rasen – und ich höre nur dieses Schnipp- Schnipp und das Aufprallen der Halme in dem Metallbehälter. Es klingt fast wie ein musikalischer Ton … Na gut, ich will nicht übertreiben, das ist vielleicht doch ein bisschen weit hergeholt, aber ich bin ehrlich so begeistert, dass ich jetzt alle paar Tage mähe –  und dadurch muss ich überhaupt keine Halme mehr aufsammeln! Sie sind so kurz, ich lasse sie einfach liegen. Außerdem kann ich zu allen Tageszeiten mähen – es stört keinen mehr. Wenn man sich da nicht freuen darf!

Ist es nicht merkwürdig? Ich stelle auf einmal fest, dass nicht das Mähen selbst anstrengend war (das geht jetzt recht fix und ist gar nicht unangenehm), sondern der Krach dabei.

Ich habe gehört, dass das Klingeln des eigenen Handys Stressareale im menschlichen Gehirn aktiviert, selbst wenn man auf einen Anruf vorbereitet ist. Wundert mich gar nicht mehr. Wäre doch mal interessant, diese Areale im Gehirn auch mal eingehend auf die Wirkung von elektrischen Rasenmähern, Heckenscheren, Laubbläsern und sonstigem Gedröhn zu untersuchen…

 

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Empfohlen sind Spindelmäher bis zu einer Rasenfläche von 250 qm. Ich habe den GARDENA Spindelmäher 380 C, der auch bei Stiftung Warentest Testsieger war.

Hier geht es zur Website des Herstellers:

http://www.gardena.com/de/rasenpflege/spindelmaher/380-c/

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Herbstgarten

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Wenn der nette Kleingartenvorsitzende verlegen lächelnd versucht, einem eine Telefonnummer für einen Gärtner unterzujubeln, für den Fall „dass man mit der Hecke nicht klar kommt“, ist es höchste Zeit für Gartenarbeit. So viel ist schon mal klar!

Ich muss gestehen, seit dem Wespennest und den vielen winzigen Zecken diesen Sommer in unserem Garten war mir unser Grundstück etwas unheimlich. Deswegen war ich gar nicht böse, dass der Sommer dieses Jahr ins Wasser fiel. Musste ich da nicht hin, in dieses Areal der unbekannten Gefahrenzone! (Ich habe mich entschlossen, meine ängstliche Einstellung nicht als Indiz eines hysterischen Charakters  zu sehen, sondern als Manifestation eines ausgeprägten 6. Sinnes. Sozusagen die Vorahnung, die weise, die uns vor einer neuen Borreliose oder ähnlich netten Zeitgeistkrankheiten sicher und behaglich schützt; man muss ihn nur ernst nehmen, den 6. Sinn.)

Jedenfalls – langes Gelaber, kurzer Sinn  – ich war wochenlang nicht im Garten. Und mein erster Besuch war dann wieder sehr zögerlich. Es ist ja nicht so schön, wenn einen die Arbeit gleich an den Haaren packt, sprich: wenn man die Gartentüre passiert und man die Fänge der Hecke von der Stirn wischen muss.

Aber – oh Freude – schön war mein Garten! Und so friedlich! Die Rosen blühen und die Stauden und die Margeriten, und die Gräser schwangen im Wind und ich konnte mich freuen an neuen Blumen und Pflanzen. Auch die Hecke war gar nicht sooo groß. Das hatte ich in ein, zwei Stunden mit meiner großen Schere schnell gemacht. Unkraut rausgerissen wie Waldi den Knochen vergräbt, den Rasenmäher mit Mann über den Hang gejagt, ein paar Pflanzen beschnitten und kochendes Wasser gegen Unkraut über den Weg geschüttet – und schon war es sehr behaglich. Ich habe es zurück, mein kleines Stück Natur, was mich so erdet. Und im Herbst duftet die Erde so gut.

Der Kleingartenvorsitzende, der nette, lachte ganz glücklich.

Da weiß man doch, was man getan hat.

Wer zuletzt lacht…

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Dieses schöne Wetter! Und mein schöner Garten! Endlich Wespenfrei!

Begeistert sitze ich auf der Terrasse, hämmere in die Tasten und schreibe, was das Zeug hält.

Da kommt der Nachbar in seinen Schrebergarten. Wir machen etwas Small-talk, er verschwindet hinter der Laube. Lange. Kommt wieder hervor und sagt mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck:

„Wir haben jetzt – öh – Untermieter.“

Ich, ganz arglos und fröhlich: „Ach ja? Was denn?“ (Ich denke an seine Wühlmäuse vom letzten Jahr.)

Er schaut mich an und kaut auf der Zunge. Schweigt.

Mich beschleicht eine furchtbare Ahnung…

„Haben Sie etwa We…?“

„Hornissen.“, sagt er.  „Groß.“

Wir blicken uns an.

Er sagt mit leichter Verzweiflung in der Stimme: “ Die sind unter Naturschutz.“

Ich sage schwach: „Hornissen sollen ja ganz lieb sein, nicht? Gar nicht aggressiv.“

„Ja“, sagt er und versucht ein schiefes Lächeln. „Wir werden wohl mit ihnen leben.“

Ich spüre ein Kribbeln auf meinem Arm und blicke hinunter. Eine Zecke wackelt eifrig über die Haut.

An manchen Tagen fühle ich mich nicht stark genug für die Natur.

Hab die Wespe lieb

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Nie hätte ich gedacht, dass es so viele Wespenarten gibt. Und nur zwei sind aggressiv – die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Unsere aber scheinen Grabwespen zu sein. Und tatsächlich überlege ich, ob ich nicht diese schützenswerten und eher friedlichen Tiere in meinem Garten lasse. Vielleicht hat das eine reinigende Wirkung? So Psycho-mäßig? Wo es doch mal alles so schlimm war wegen der Wespen. Ich glaube, das wäre gar nicht schlecht. Vertrauensbildende Maßnahmen und so… (toi toi toi!)

Auf jeden Fall kommt jetzt am Montag ein Imker, der sich kostenlos das Tierchen nicht nur auf dem Foto, sondern auch in natura ansieht, und dann beraten wir gemeinsam, wie man am besten vorgehen kann.

Ich bin so froh. Ich bin nicht aus Angst zur Tiermörderin geworden. Und wer weiß, vielleicht werde ich ja noch zu einer richtigen Wespenliebhaberin… 🙂

Wäre das nicht schön?

Insekten-Blues

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Uff. Ich habe schlecht geschlafen. Gestern entdeckten wir im Garten im Vogelhäuschen ein Wespennest. Eine Tochter hatte mit dem Wasserschlauchstrahl das Nest getroffen, von dem wir gar nichts gewusst hatten. Sie hatten sich in der Nesthöhle eingenistet, schlaue Tierchen, die sie sind. Trocken, geschützt, auf geheimer Mission. Als sie vom Wasser getroffen wurden, flogen sie auf.

Nun muss man sagen, dass ich ein etwas angespanntes Verhältnis zu Wespen habe. Genauer gesagt hat mich eine mal gestochen und daraus – oh Medizinwunder oh Medizinwunder – hat sich eine gepfefferte Thrombose entwickelt, an der ich fast gestorben bin und noch lange zu knacken hatte. Ja, genau genommen habe ich damals ein Zipperlein fürs Leben davon getragen, und all das, was sich in Krankenhäusern da so abspielte, hat mich nicht gerade zu einem fröhlicheren Menschen gemacht.

Aber kann die Wespe was dafür?

Da stand ich gestern und starrte beklommen auf das Nest. Ich ging näher, sehr nah, und die Wespen flogen aufgeregt um mich rum, streiften meinen Arm, schwirrten um meinen Kopf. Aber sie waren nicht aggressiv.  Sie waren offenkundig so emsig beim Nestbau, dass sie keine Zeit hatten, sich groß über einen kurzen Wasserstrahl oder eine kleine Frau vor ihrem Vogelhäuschen aus der Ruhe bringen lassen zu wollen. Aber irgendwann sind sie fertig mit dem Nestbau. Und ich nehme mal an, dass sie dann etwas näher wieder ihre Umgebung in Augenschein nehmen.

Kein gutes Gefühl.

Ich werde heute diverse Anlaufstellen anrufen, die das Nest umsiedeln können. Wahrscheinlich muss das Häuschen mit. Vermutlich wird es teuer. Ganz sicher aber hat mich gestern das vertraute Gefühl eingeholt, dass von einer auf die andere Sekunde das Leben eine Sorge haben kann, von der man vorher nichts ahnte.

Wie damals mit der Zecke.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Wortschöpfungen

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Ich habe in unserem kleinen Apfelbäumchen so ein merkwürdiges Gespinst von der Größe einer Faust entdeckt. Und an dem Gespinst unzählige kleine Raupen, die sich tummelten.

Jetzt raten Sie mal, wie diese Raupen heißen? Ich habe es gegoogelt (unter Ihnen sind bestimmt einige, die schon wissen, was jetzt kommt): „Apfelbaumgespinstmotte“.

Da sage noch einer, die deutsche Sprache sei nicht praktisch. Auf diesen Namen hätte ich durch einfaches Addieren auch kommen können. Die Logik dahinter beflügelt mich.

Ich gehe jetzt in die Küche und machen mir einen Kaffeemaschinenenbecherkaffee. Und dann schreibe ich hoffentlich ein paar gute Computerbuchseitensätze.

Ihnen noch einen schönen Weltdeutschlandstadteinwohnertag…