Gesundheit

Reha-Sport-Killer

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Was stellen Sie sich unter Reha-Sport vor? Als mein Orthopäde mir 50 Rehasporteinheiten verschrieb, war ich skeptisch. Reha-Sport hörte sich für mich irgendwie so gar nicht sexy an. Vor meinem inneren Auge tauchte sofort ein Bild auf: Ich im Kreis mit etwa 80 jährigen Damen – die ein oder andere auch gerne am Rollator – und wir heben gemütlich unsere Füßchen im Takt der Musik. Auf Bayern Alpha gab es mal so ein nettes Kursprogramm. Das fand ich immer sehr beschaulich, so als Zuschauerin.

Ich habe mir dann zur Auswahl zwei Reha-Sport-Anbieter angesehen. Der erste Verein war trübselig. In meiner Erinnerung waren da graue Wände (es mag auch beige gewesen sein, was weiß denn ich, ich war nur so kurz da) kein Tageslicht, schweißgetränkte Luft und viele Seniorinnen und Senioren, die sehr ernst vor sich hinsahen.
Der zweite Reha-Sport-Anbieter – frische Farben und Luft, helle freundliche Räume, sogar eine kleine Bar im Eingang. Sehr erfreulich. Und ich sollte einer Gruppe zugeordnet werden, die in etwa meiner Fitness entsprach. Ich war angetan.

HA!

Ich weiß nicht, welche Tomaten der Trainer auf den Augen gehabt hatte, mich in diese Reha-Sport-Gruppe zu stecken. Diese Gruppe macht mich fertig. Heute war das Thema „Beinmuskulatur“. 15 sehr muntere nette Frauen und ein Herr turnen, als gäbe es kein Morgen. Da ist überhaupt nichts mit gemütlich Füßchen heben. Da wird sich zu fetzigen Popbeats 15 Minuten feste aufgewärmt, dann wird das Bein gen Himmel gestemmt, und zwar nach hinten, im Vierfüßlerstand, etwa 1000 Mal, und wenn es dann endlich, endlich gesenkt werden darf, bitte nicht absetzen, fleißig zur Seite und da noch ordentlich federn, federn, federn, und wenn ich schon denke, dass mein Bein gleich abbricht, kommt noch die elegante Drehung der Ferse nach außen und wippen, wippen, wippen! Nun mit dem Knie zur Seite, über die Schulter gucken und den Boden tippen, tippen, tippen. Und hoch! Und haaaalten!

Ich erspare Ihnen jetzt das ganze 45-Minuten-Programm, obwohl es mir sicherlich gut tun würde, über die schmerzhaften Erfahrungen zu reden. Zwischendurch habe ich kurz überlegt, einfach aufs WC abzuhauen, so wie früher im Sportunterricht, oder durchs Haus zu schleichen, auf der Suche nach einer netten Rollator-Gruppe. Ich habe es nicht getan, weil ich gar nicht mehr aufstehen konnte.
Ich lag am Ende schweigend auf meiner Matte. Mein Ebike habe ich auf ebener Strecke auf »High« stellen müssen, um nach Hause zu kommen.

Ich humpele jetzt durch die Gegend. Ich sehe aus, als ob ich in eine Reha-Sport-Gruppe müsste. Nächste Woche sind die Arme dran. Warten Sie nicht auf meinen Blog. Ich werde Ihnen schwach winken.

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Entspannen zu Hause: Still Point Inducer

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Unerschrocken bin ich wie ein kleines Trüffelschwein auf der Suche nach den besten Entspannungstipps für zu Hause. Natürlich nur für Sie, meine lieben Leserinnen und Leser. 🙂

Und ich habe im Rahmen meiner Recherche rund um die CranioSacrale Therapie etwas ausgebuddelt, was Sie vielleicht noch nicht kennen: Den Still Point Inducer. Oder eingedeutscht: Der Ruhepunkt-Einführer. Wir verstehen, warum man bei diesem Produkt lieber auch in Deutschland beim englischen Namen bleibt…

Der Still Point Inducer sieht aus wie zwei abgeschnittene Tennisbälle in einem roten Gummimäntelchen, ist erstaunlich leicht und kann damit auch gut auf Reisen mitgenommen werden. Er liegt bei Einsatz etwa in Ohrenhöhe Ihres Nackens, während Sie auf ihm und auf Ihrem Rücken ruhen, und diese zwei Punkte des Produkts, die links und rechts den Kopf berühren, ermöglichen der Wirbelsäule, frei nach unten zu hängen. Das ist entspannend. Ohne Frage. Oder wie die Homepage des Upledger-Instituts sagt: „Der Stillpoint-Inducer übt einen leichten Druck auf die craniale Basis aus, es entsteht ein sog. Ruhepunkt. In diesem Ruhepunkt hat der Körper die Möglichkeit, Schmerz und Stress zu reduzieren.“

Das kann ich bestätigen.

Auf Englisch klingt das allerdings viel besser: „Enter A State Of Deep Relaxation“, steht auf der Verpackung. „Treten Sie in einen Zustand tiefer Entspannung“, übersetze ich das. Und ich glaube, diese Beschreibung ist korrekt, wenn man sich nur ausreichend Zeit für das Gerät nimmt. 10 bis 15 Minuten bis zu vier Mal am Tag wird empfohlen. Ich greife immer mal wieder dazu und finde es aber auch bei kürzerer Anwendung wohltuend.

Ich bin übrigens ein großer Fan von diesen amerikanischen Produkten, die ohne Texteingriffe auf der Verpackung unser Land erreichen. Ich finde das spannend. Die Werbung ist so schön ohne Berührungsängste. Auch auf der Packung des Still Point Inducers werde ich fündig. Ich lese da ein Lob über den Still Point Inducer, von einem „Guest on The Oprah Winfrey Show“. Wer dieser Gast in Oprahs Show war, bleibt geheim! Wenn das nicht spannend ist, bei aller Entspannung…

Der einzige Kritikpunkt: Der Preis des Produktes scheint mir, gemessen an dem Materialwert, doch recht hoch. Immerhin kostet der Still Point Inducer 19,90 Euro + 2,50 Euro Versandkosten. Das Upledger-Institut begründet den Preis durch den direkten Import aus den USA. Sie wären preislich gebunden. Ich messe das Produkt also an seiner Wirkung. Und die ist einfach unbezahlbar.

Und hier geht es zum Upledger-Shop: Still Point Inducer

Buchtipp: Gert Groot Landeweer – Einführung in die CranioSacrale Therapie

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Ich bin Versuchskaninchen. Ich nehme an einer Studie der Naturheilkundeklinik hier in Essen teil und werde seit ein paar Wochen mit der CranioSacralen Therapie behandelt. Eine Therapeutin drückt leicht auf Punkte vor allem des Kopfes und der Wirbelsäule.

Und um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin begeistert! Meine Kopfschmerzen sind innerhalb von Minuten verflogen, haben sich in wohlige Entspannung aufgelöst und von Woche zu Woche wird meine Wirbelsäule beweglicher. Wenn Sie mich mal treffen – ich sehe zur Zeit ganz lieb aus. Sanft. Geradezu glücklich. Und das, obwohl ich bis zum Hals in Arbeit stecke.

Es ist mir schleierhaft, warum Krankenkassen zögern, diese Therapie zu bezahlen. Sie könnten Unsummen für Medikamente & Co. sparen. Da ich aber nicht darauf warten kann, dass die Krankenkassen schlauer werden, ich aber andererseits nie wieder dieses wohlige Gefühl im Nacken verlieren will, habe ich mir dieses Buch besorgt:  Geert Groot Landeweer – Einführung in die CranioSacrale Therapie. Wie man körperliche Blockaden selbst lösen kann.  Es ist zuletzt im Südwest Verlag erschienen.

Dieses Buch ist kein nettes kleines Buch, wie Sie innerhalb von zwei Tagen zum begabten Therapeuten aufsteigen. Sie kennen ja sicher auch diese Anleitungen, die es zum Beispiel zur Akupressur gibt. Hier drücken, da drücken, und es wirkt. So ein Buch ist das hier nicht, sondern tatsächlich eine gründliche, und aus meiner Warte umfassende Darstellung der CranioSacralen Therapie nach John Upledger, einem osteopathischen Arzt und Chirurg in den USA.  Man muss sich schon etwas Zeit nehmen. Ziel der CranioSacralen Therapie ist es, den Patienten in seinem eigenen Gesundungsprozess zu unterstützen. „Das wird durch eine spezielle Form des Berührens möglich, die behindernde Einschränkungen und Verhärtungen im Körper aufzuspüren und zu behandeln vermag“, heißt es in Landeweers Buch. Und das vermag es wirklich. Ich habe es ausprobiert.

Das Erstaunliche ist die Leichtigkeit der Berührung (im Buch wird ein Druck von 5 Gramm angegeben.) Es ist mehr ein Nachspüren in die Haut, das – auch wenn ich mich nun selbst behandle – erstaunliche Wirkung zeigt. Wer schon lange unter Nackenschmerzen, Kopfweh, Migräne oder stressbedingten Störungen leidet und neugierig ist, eine neue, sehr effektive Methode kennenzulernen, dem ist hier ein nützliches Buch an die Hand gegeben. Landeweer präsentiert nicht nur die Grundlagen der Therapie, vorbereitende Informationen und Übungen, sondern Selbst-Übungen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, Partnerübungen und Übungen für Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder.

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 Gert Groot Landeweer: Einführung in die CranioSacrale Therapie. Wie man körperliche Blockaden selbst lösen kann.

Gebundenes Buch, Pappband, 288 Seiten, 16,0 x 22,0 cm
200 Farbfotos und 30 Illustrationen
ISBN: 978-3-517-08597-5
€ 22,00 [D] | € 22,70 [A] | CHF 31,50* (* empf. VK-Preis)

 

Vorsatzfrei

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Hipp hipp Hurra! Ein neues Jahr! Allen viel Glück und Gesundheit und Zufriedenheit! Auf dass 2012 erheblich friedlicher, schöner wird als 2011 und dass es keine Katastrophen gibt!

Dieses Jahr habe ich keine guten Vorsätze gefasst. Denn letztes Jahr war mein angestrebtes „Jahr der Gesundheit“ mehr oder minder ein Reinfall. Schon beim Schneeschippen im Januar hatte ich mir hartnäckiges Ach und Weh in der Schulter zugezogen. So etwas macht misstrauisch. Sollte ein Wunsch etwa gleich das Gegenprogramm beinhalten? Dass mit dem Schnee kann mir zwar zur Zeit nicht passieren – aber wer weiß, vielleicht rutsche ich in einer Pfütze aus…

Anstatt mich also mit eifrigen Vorsätzen zu befassen, gebe ich mich Anfang 2012 genügsam und optimistisch. Neues Jahr, neues Spiel, neues Glück! (Und dann wollen wir doch mal sehen, wie sich das Ganze entwickelt…)

Wundermittel

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Meine überraschenden Gefühle gestern wegen der Noppen-Schuhe haben mir gezeigt, dass tief in mir immer noch ein Wunsch schlummert: Die Suche nach dem Heiligen Gral, das Streben nach ewigem Glück, schlicht: die Findung des Wundermittels.

Ha! Was gibt es nicht alles für Versuche! Nicht ohne Schadenfreude denke ich an eine Bekannte zurück, die sich zum Abnehmen ein sündhaft teueres Badewasser „für zu Hause“ bestellt hatte. Sie war sonst eigentlich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte, aber sie dachte ernstlich, wenn sie sich in dieses 100 DM teure Schaumbad für 1-2 Stunden legt, kommt sie schlank wieder raus. Ich bin sehr froh, dass ich diese Person nicht war.

Ich dagegen bin ein Fan von Hausmitteln, die gesund machen. Zum Beispiel – und von der Wirkung gehe ich immer noch felsenfest aus! – habe ich jahrelang morgens einen Schluck Essig in Wasser aufgelöst und getrunken. Wenn eine Schwangere das tut, kriegt ihr Kind zum Beispiel viele schöne Haare. Und es hilft! Meine Kinder haben Haare!

Dann haben wir das Öl-ziehen praktiziert. Kennen Sie das? Sie nehmen einen Schluck reines Sonnenblumenöl in den Mund und kauen darauf lustig rum oder ziehen es geräuschvoll durch die Zähne, 10 Minuten oder bis es Ihnen eklig in den Hals läuft (was eben eher ist), und dann spucken Sie es aus  und – voilà – haben Sie sämtliche Schadstoffe in der Zunge gefangen und entsorgt. Das mit den Schadstoffen konnte ich natürlich nicht nachprüfen. Aber es macht sehr schöne weiße Zähne und es ist überaus befriedigend, mit anderen Ölziehern zu plauschen, wie ungeheuer gesund man jetzt wird.

Für kolossal Wagemutige gibt es das Trinken des eigenen Urins. Das ist eine sehr preiswerte Methode, muss man allerdings mögen. (Carmen Thomas ist sofort der Name, der allen bei dieser Methode in den Sinn kommt. Arme Carmen. Da macht man mal eine Sendung über die Heilkräfte des Urins und schon sind alle tausend anderen Sendungen in den Hintergrund gerückt…) Ich habe es nicht gemacht, damit das gleich mal klar ist! Das mit dem Urin-Trinken!

Ich könnte hier noch ganz viele Wundermittel anführen, aber ich muss jetzt los. Ich muss joggen. Das hält fit bis ins hohe Alter und überhaupt.

Ist es nicht schön, dass man an Wundermittel glaubt? Das Wunder lauert immer um die nächste Ecke. Das ist doch ein äußerst befriedigendes Gefühl.

Noppen-Traum

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Ich habe im Internet gelesen, dass manche sie hassen wie die Pest. Andere lieben sie heiß und innig: Badeschlappen mit Noppen.

Gestern bin ich zu derlei exklusivem Schuhwerk gekommen, weil ich mit meinen Töchtern auf der Suche nach Badesandalen für den Urlaub war, und meine eine Tochter entdeckte diese funktionalen Treter und legte sie mir wärmstens ans Herz. So schick! So praktisch! Wo ich doch so gerne massiert werde! Recht hat sie. Also ging ich probeweise ein bisschen in den Schuhen auf und ab durch den Laden und fand sie durchaus angenehm.

Kaum waren wir zu Hause, habe ich die Schuhe angezogen. Ein bisschen Massage ist immer willkommen, dachte ich mir. Und hach! Welch ein Fußgefühl! Schon nach einigen Minuten fühlte ich mich kräftig durchblutet und mein Kreislauf stieg. Ja, ich war so angeregt und plötzlich gut gelaunt, dass ich mich erstaunt fragte, ob ich vielleicht in meinem Leben etwas Wichtiges verpasst hatte, weil ich diese Noppen bisher nicht entdeckt hatte. Vielleicht wäre ich meinen Lebtag viel sportlicher und aufgeräumter einher geschritten, hätte ich diese Schuhe schon früher gekannt. Ich stand da lächelnd in den Latschen auf den Noppen und sinnierte über eine goldene Zukunft vor mich hin – da fuhren auf einmal kleine Schmerzstiche durch die Füße.

Ist es nicht schade? Manche Träume dauern so kurz. Ich glaube nicht, dass ich in den Badelatschen mit Noppen überhaupt noch bis zum Pool komme. Meine Unterseiten sehen aus wie rote Siebe und mein Körper gibt mir eindeutige Zeichen, dass er sich für ausgenoppt hält. Ich könnte mir natürlich für die Schuhe dicke Hornhaut wachsen lassen, aber ich habe das dunkle Gefühl, dass ich dann gar nicht mehr zum Pool will…

noppen

Lebensprognosen

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Ich komme jetzt in ein Alter, wo man nach neuen Büchern linst.

Als ich gestern in der Stadtbibliothek war, führte mich ein kleiner Umweg zum Regal „Wechseljahre“.

„Fit bis ins hohe Alter“ las ich da.  „Alt werden und jung bleiben“. „“Fit und aktiv in die zweite Lebenshälfte“.  „Weisheit der Wechseljahre“. Irgendwie so waren die Titel.

Ich stand da, biss verdrossen auf meiner Unterlippe rum und griff schließlich seufzend nach dem Buch mit dem trockensten Titel,  „Wechseljahre“.

Ich schlug auf und schaute auf gezeichnete Vaginas. Als ich blätterte, stachen mir ein paar unschöne Wörter in die Augen. Ich schlug das Buch zu und stellte es wieder ins Regal.

Am Nachmittag sagte ich schmallippig zu meiner zehnjährigen Tochter: „WECHSELJAHRE ist ein echt blöder Begriff. Als ob sich jetzt alles ändern würde.“

Kurze Stille.

„Der andere Begriff ist noch viel blöder.“

Ich schaute sie kurz an.  „Meinst du PUBERTÄT?“

Sie nickte schweigend.

Wir sahen düster aus dem Fenster.