Haushalt & Co.

Glück des Tages: der Mülleimer macht „Pling!“

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Ich habe seit kurzem zwei von diesen extra großen 50 l Mülleimern mit Schnappverschlüssen. Ich muss die Deckel mit dem Finger antippen, dann öffnen sie sich. Ich mag diese Mülleimer. Ich habe sie auf ein Obstkiste gestellt, damit sie eine angenehme Höhe haben, und  ihnen aus einem alten weißen Duschvorhang eine hübsche Husse bis zum Boden genäht.

Heute muss ich sie mal wieder leeren. Ich hieve also eine volle schwere Tüte heraus, knote sie zusammen, nehme den losen Deckel und reinige ihn gründlich in der Spüle. Dann nehme ich ein Geschirrtuch, rubbele innen den Deckel trocken, – und auf einmal macht es

„Pling!“

Sie kennen dieses Geräusch. Das kurze Schnappen einer Metallfeder auf Plastik. Verblüfft schaue ich auf die Innenseite – und was sehe ich? Eine der beiden Schnappfedern im Eimerdeckel fehlt! Ich drücke den Deckel zu, er geht nur mühsam wieder auf. Ich schaue links, ich schaue rechts, ich gucke auf den Boden, im Toaster, hinter die Küchenmaschine, auf die Regale. Die blöde Feder bleibt verschwunden. Ich meine, wie weit kann eine so kleine Metallfeder schon springen? Ich habe wahrlich keine große Küche, aber der Möglichkeiten gibt es viele.

Kennen Sie das? Gerade waren Sie noch gut gelaunt und hatten Pläne für den Tag, und wollten nur noch mal schnell was auf dem Weg erledigen, und dann passiert so was Nichtiges, Blödes, und Sie wissen ganz genau, wenn Sie dieses winzige Ding jetzt nicht finden, ist der Mülleimer praktisch vorerst im Eimer. Und dann können Sie losrennen und in ellenlangen Baumarktregalen den richtigen winzigen Draht oder die Feder suchen, Sie wissen nicht einmal den korrekten Namen (ich sehe schon den Verkäufer: Schnappfeder? Schnappfeder? Was für ´ne Schnappfeder?)  und alles dauert Stunden und Jahre und vielleicht ist sowieso alles für die Katz. Diese kleinen Dinger sind ja manchmal unmöglich zu finden!

Also suche ich in der Küche.

Nichts. Weit und breit keine Feder.

Es bleibt mir nichts anderes übrig: Ich hocke mich schlecht gelaunt neben die riesige, volle Mülleimer-Tüte, die ja so wahnsinnig praktisch ist, weil man sie nicht so oft zu den Mülltonnen tragen muss, öffne die Knoten und suche in dem stinkenden Ding. Wenn die Feder da vor der Leeraktion hineingesprungen ist, wäre es dumm, den Müll zu entsorgen. Stück für Stück hole ich den Inhalt heraus und lege ihn in eine neue Mülltüte, und mit jedem Stück wird meine Laune dunkler. Uaaah! Große Mülleimer bergen Überraschungen… Ich erspare Ihnen das. Ich also durch den Müll – aber wieder nichts! Stattdessen kippt die Tüte auf einmal um und jetzt liegt auch noch ekliger Müll auf dem Fußboden!

In diesem Moment überschwappt mich eine große Welle Selbstmitleid. Ich stehe schwerfällig auf, trotte zur Spüle, nehme Papiertücher und einen Wischlappen und gehe mit düsteren Gedanken wieder zur Mülltüte – und da, auf einmal, da – Sie werden es nicht glauben! – , liegt auf einmal neben der Tüte auf dem Boden die Feder! Keine Ahnung, wie sie da unentdeckt hingekommen ist. Sie war tatsächlich schon früher in den Müll gefallen, und ich hatte es nicht gemerkt.

Jetzt frage ich Sie: Ist es nicht ein Glück, dass mein Mülleimer beim Trocknen „Pling!“ gemacht hat, obwohl gar nichts dabei abgesprungen war? Ich hätte doch sonst nie in der Mülltüte nachgeschaut!

Ich sage Ihnen – man weiß nie, wozu etwas gut ist. Mann, hatte ich heute ein Glück!

 

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Bügelbrett vorm Kopf

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Ich bin erschüttert. Ehrlich. Wer meine Texte hier liest, weiß, dass mir beim Socken-Sortieren Depressionen kommen und mich beim Bügeln leichte merkwürdige Anwandlungen im Hirn beflügeln. Das Wäscheschönmachen und ich – das ist eine heikle Geschichte.

Nun ist letzte Woche mein altes, sehr betagtes Bügelbrett in sich zusammengefallen. Auf einmal hatte es nicht mehr das Rückgrat, mir beizustehen. Ich konnte es kaum glauben und habe es gerüttelt und auf verschiedene Untergründe geschleppt und geschubst und beschimpft und dann schließlich beäugt, und da war tatsächlich so ein ekliger Riss im Gebein. Also habe ich mich vor den Rechner gesetzt und mich schlau gemacht, was ein modernes Bügelbrett heute können muss und was es kostet.

Ich erspare Ihnen jetzt die ganze Geschichte. Nur so viel – Staunen, Hinfahren, Kaufen, stolz nach Hause schleppen, schiefe Beine feststellen, grummelnd wegbringen, ein Besseres erstehen.

So. Und dann habe ich es aufgestellt und mein Bügeleisen an diese neumodische und herrlich praktische Steckdose direkt am Brett angeschlossen, habe das lästige Kabel an die Kabelführung gelegt, ein T-shirt genommen, es auf dem herrlich breiten Brett ausgebreitet und mein heißes Eisen genommen und bin damit über den Stoff gefahren – und was soll ich Ihnen sagen? EIN TRAUM! Es ging doppelt so schnell wie bei diesem doofen alten Brett, weil ich offensichtlich all die Jahre den falschen Bezug für ein Dampfbügeleisen benutzte, das Kabel des Bügeleisens immer zu kurz war, weil sein anderes Ende in der Wand steckte, und die Bügelfläche einfach eklig klein gewesen war.

Ich muss sagen, ich kann mich nicht recht freuen. All die Jahre! Verschenkt! Stunden um Stunden über ein Brett geschubbert – und es hätte so schön sein können!

Nun ist vor ein paar Tagen meinem alten, sehr betagten Wäschetrockner die Puste ausgegangen. Heute haben sie so einen modernen Wärmepumpentrockner geliefert. Ich traue mich nicht so recht ran. Wer weiß, was ich da für ein Brett vorm Kopf hatte…

 

 

Déjà-vu im Hirn

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Ich bin etwas missmutig. Denn gestern hatte ich ein Déjà-vu.

Ich saß da so auf meinem Sofa und es ging mir noch mal die Bestellbestätigung von meinem Internet-Händler durch den Kopf, als mich der Gedanke wie ein Blitz durchzuckte, dass ich genau diese Bestellung schon einmal getätigt hatte. Ich sah es deutlich vor mir: Schon einmal hatte ich diesen Edelstahl-Tortenlöser für 10 Euro bestellt. Schon einmal hatte ich mich gewundert, warum er einzeln verschickt wurde. Schon einmal hatte ich den Kopf geschüttelt, weil er schmal und dabei groß im Durchmesser ist und daher irre blöd verpackt in einem Riesenkarton daher kam. Und schon einmal hatte ich mich gefreut an dem blinkenden Edelstahl und dem Bewusstsein, dass ich mir tatsächlich so ein Ding wie einen Tortenlöser kaufe. Ich patente Hausfrau, ich!

Und jetzt saß ich da im Sessel und mir wurde ganz heiß, weil ich diesen blinkenden Tortenlöser erstens überhaupt seit Jahren nicht gesehen hatte, und zweitens völlig vergessen hatte, schon einmal durch dieses Utensil zur patenten Hausfrau von mir gekürt worden zu sein. Ich meine, wie kann so etwas sein? Bin ich ein Bestell-Junkie, oder was? Nein, bin ich nicht!

Mir fielen diese ganzen Rudi-Assauer-Diskussionen ein und ich wurde sehr schlecht gelaunt.

Dann habe ich hektisch sämtliche Bestellungen der letzten 12 Jahre online durchsucht. Kein Tortenlöser! 2001 und 2000 sind allerdings Lücken in der Beweisaufnahme, weil nur noch schnöde Bestellnummern zu finden sind, ohne deren Objekte zu beschreiben. Das ist nicht zufrieden stellend!

Dann habe ich alle Küchenschränke durchsucht und alle Kellerregale, die mir zugänglich waren (fragen Sie nicht!), aber – kein Tortenlöser.

Ich rief eine Freundin an und klagte mein Leid. Könne es sein, dass ich langsam schusselig werde? Nö, sagte die, aber ich hätte ja eine blühende Phantasie und vielleicht hätte ich den Tortenlöser schon mal im Hirn … Das hat mich nicht wirklich getröstet. Also fragte ich, ob sie so etwas auch schon mal gehabt hätte, was sie sofort weit von sich wies. Aber dann hat sie mir eine Geschichte von sich erzählt, die ich wirklich SEHR skurril finde (ich kann sie aus freundschaftlicher Solidarität heraus nicht erzählen, aber es hat was mit Wegschmeißen und neu Kaufen zu tun, hö hö) und das hat mich so erheitert, dass es mir tatsächlich eine ganze Weile besser ging. Ich bin gar nicht alleine so … äh… kreativ. Ich habe mich artig bedankt und der Tag ging ganz gut zu Ende.

Heute aber ist Freitag und dieses blöde Tortendings ist immer noch nicht aufgetaucht. Eine Tochter behauptete, so ein Dings auch noch nie in meinen Händen entdeckt zu haben. Die andere schwört treuherzig, das hätte sie schon bei uns gesehen. Mein Mann versteht die ganze Aufregung nicht.

Déjà-vu – ich meine, wozu ist so etwas gut, wenn es gar nicht auf etwas weist, was schon mal passiert ist? Vielleicht müsste es Pré-vu heißen, also Vor-Sehung! Vielleicht bin ich ja ein Medium?  Vielleicht sehe ich ja voraus, was noch passieren wird?

Na, den Tortenlöser jedenfalls kann ich gar nicht voraussehen. Den habe ich nämlich wieder abbestellt. Was soll ich denn mit zwei Tortenlösern?

8.11. – Weltputzfrauentag

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Die frühere Bundestagsabgeordnete Lilo Friedrich hat das schlechte Image von Putzfrauen beklagt, lese ich heute in meiner Zeitung. Das Ansehen sei noch immer negativ, und daran werde auch der Weltputzfrauentag nichts ändern. Friedrich hat früher selbst als Putzfrau gearbeitet.

Ich erzähle Ihnen mal was zum Weltputzfrauentag, der wieder am nächsten Dienstag ist. Da bin ich Insider (und Sie jetzt gleich auch): Diesen Tag hat tatsächlich meine Freundin Gesine Schulz 2004  ins Leben gerufen. (Das scheint irgendwie eine Gesine-Woche zu sein :))

Die Hauptfigur von Gesines erfolgreichen Kurzkrimis ist nämlich die (fiktive) Putzfrau und Detektivin Karo Rutkowsky. Karo ist eine äußerst findige Hausperle, und als Gesine so ihre Krimis schrieb und recherchierte, fiel ihr auf, dass es nirgendwo einen Gedenktag für Putzfrauen gab. Da hat sie den 8. November, Karos Geburtstag, kurzerhand  zum Internationalen Tag der Putzfrau erklärt.

Erst wurde der Eintrag von Wikipedia wieder gelöscht, aber Gesine blieb hartnäckig und gab ihn noch einmal ein. Da blieb er dann auf wundersame Weise. Und so gibt es jetzt einen Weltputzfrauentag. Der übrigens von Jahr zu Jahr mehr Menschen und Medien im In- und Ausland interessiert und offenbar jetzt auch frühere Bundestagsabgeordnete zu Kommentaren hinreißt. Gesine hastet gerade in Sachen Internationaler Tag der Putzfrau von Interview zu Interview und am 8. November kann man sie gleich mehrmals im Radio belauschen.(Die Termine stelle ich noch ins Netz, wenn ich sie weiß.)

Ich finde das alles sehr bemerkenswert und bin etwas neidisch. Ich hätte auch gerne einen so tollen Tag ins Leben gerufen. Aber das geht heute leider nicht mehr so einfach. Schade aber auch. Ich hätte so gute Ideen…(Ulrike-Hartmann-Gedenktag, Mutterschuldgefühl-Tag, Tag der faulen Ehefrau, etc. etc.)

Wenn Sie selbst eine Putzfrau haben, dann sollten Sie ihr am 8. November als kleine Anerkennung eine (rein)weiße Rose überreichen. Das macht man jetzt so! Und wenn Sie selbst Putzfrau sind, können Sie ja mal dezent auf den Weltputzfrauentag hinweisen, zum Beispiel mit diesem Link:

http://www.gesineschulz.com/-_TdP.html

Dann bekommen Sie ja hoffentlich eine weiße Rose! Verdient hätten Sie es!

Wer Lust hat auf witzige, warmherzige Krimis und originelle Fälle, dem seien wärmstens die Fälle der Karo Rutkowsky empfohlen:

Gesine Schulz: Grab mit Aussicht: 11 saubere Fälle. Leporello 2011, EUR 9,90.  http://www.amazon.de/Grab-mit-Aussicht-Privatdetektivin-Rutkowsky/dp/393678342X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1320481604&sr=8-1

Gesine Schulz: Der Beuys von Borbeck: 13 saubere Fälle der Privatdetektivin & Putzfrau Karo Rutkowsky, Leporello 2008, EUR 9, 90. http://www.amazon.de/Beuys-von-Borbeck-Privatdetektivin-Rutkowsky/dp/393678325X/ref=pd_sim_b_1

Karo Rutkowsky twittert übrigens recht frech unter: http://twitter.com/#!/KaroRutkowsky

Backwahn

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Seit ich dieses Topfbrot-Rezept entdeckt habe, kann ich es nicht erwarten, mein täglich Brot zu backen.

Jeden Tag mische ich eifrig die Zutaten zusammen, mal mit Weizen, mit Dinkel, mal mit Roggen, Type 405, Type 505, mal mit mehr Wasser, mal mit weniger Wasser, und vor allem: mit wechselnden Behältern. Edelstahl, Glas, Alu. In jedem wird das Brot ganz anders.

Aber sie sind alle nicht so wie auf dem Filmchen der New York Times im Internet (siehe Link unten). Meine Brote sind schön und lecker, aber nicht so groß.

Also habe ich einen akribischen Ehrgeiz entwickelt, die optimalen Brotbackbedingungen herauszufinden. Ja, ich habe gewissermaßen kleine Versuchsreihen entwickelt. Immer nur einen Parameter ändern. Und warten. Und backen. Und gucken. Eine sehr langwierige Prozedur, weil das Brot 19 Stunden gehen muss. Aber doch so ungeheuer spannend.

Inzwischen habe ich aber ermittelt, dass das Brot nach 12 Stunden Gehen viel besser wird. Alles ist möglich zwischen 12 und 20 Stunden. Es ist ein Rätsel.

Dann kam ich auf die Idee des Gusseisens. Gusseisen – das neue Mantra der Topffetischisten. Tagelang trieb ich mich in jeder freien Minute im Internet in Backforen rum und suchte nach dem optimalen Gusseisen-Topf. Emailliert, und wenn ja, warum und wieso, und dann die helle oder die dunkle Emaille? Wenn nicht emailliert, wieso denn nicht? Und wie brenne ich dann den Topf ein? Wie pflege ich ihn? Bis wieviel Grad sind die Deckelgriffe brauchbar? Und welche Firma? Welches Herstellerland? Welche Preise, um Gottes Willen!

Ich war schon so weit, meine Weihnachtswünsche an Töpfe zu verschwenden, aber in letzter Minute habe ich einen Schwenk zum schwedischen Dealer gemacht. Das war etwa zwei Stunden pure Freude -, bis ich wieder zu Hause ankam und bemerkte, dass die Emaille bereits abgeplatzt war.

Dann bin ich entnervt zum Trödler um die Ecke gelaufen, meine Kleine im Schlepptau – und da stand er: mein Bräter! Alt, gar nicht teuer, schön in der Form, groß und schwer. Ich habe lange wie in Trance Rost geschrubbt und dann einen schönen Edelstahlknopf von einem anderen Topf geklaut und ihn auf meinen Bräter gesetzt. Ich sah ihn an, meinen Topf, und mir schlug vor Stolz das Herz bis zum Hals. Schnell den neuen Teig angerührt. Und dann den Topf mit Öl mehrmals eingebrannt.

Am nächsten Morgen bin ich zwei Stunden früher als sonst aus dem Bett gehüpft (ich hüpfe sonst nicht morgens) und habe mit Nachthemd bekleidet mein Brot gebacken.

Sehr golden. Kruste 1a. Aber noch nicht so groß wie im Film…

Heute habe ich zwei Mal den Teig gehen lassen. Das Brot ist jetzt sehr groß…aber noch nicht so hoch…Ich muss weiter dran bleiben. Habe bei Brigitte ein ähnliches Brot entdeckt, nur bei viel geringerer Temperatur…muss ausprobieren…das Brot kommt schon allen aus den Ohren raus…ich kann´s eigentlich gar nicht mehr sehen und riechen…aber was soll ich machen?

Das Brot ist mein Backwahn.

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Hier gibt es das Filmchen der New York Times:

http://www.youtube.com/watch?v=13Ah9ES2yTU

Hunger-Allüren

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Von wegen: neue Gelassenheit und so. Puh. Nicht, wenn ich Hunger habe.

Gestern habe ich die Biokiste erwartet. Sie kam aber nicht. Jedenfalls nicht zwischen 12 und 16 Uhr. Aber um genau 18.45 Uhr, als meine Kinderchen schon laut vor Hunger jammerten, hielt unten auf der Straße ein großer Lieferwagen. Und heraus kam – keiner! Stattdessen sah ich, wie ein Laptop aufgeklappt wurde und irgendwelche lustigen Bilderchen über den Bildschirm flimmerten.

AHA!, dachte ich, gleich zickig, weil unterzuckert. Kein Wunder, dass der so spät kommt. WENN DER NEBENHER NOCH FILME GUCKT!

Und dann habe ich mich auf die Lauer gelegt. Ich wollte wissen, wie lange das Bürschchen gedenkt uns noch warten zu lassen. Ich saß am Fenster und schaute auf den leuchtenden Bildschirm in der Nacht da weit unter mir (wir wohnen im 1. Stock) und fragte mich, ob der sich denn nicht klar sein müsse, dass ich hier alles sehen kann. Die Minuten verrannen. 15 Minuten, 20 Minuten. Ich trommelte ungehalten mit den Fingern auf der Tischplatte. In Gedanken schrieb ich schon gepfefferte Emails. Oder nein, viel besser wäre es, das Jüngelchen gleich zu schnappen und der Empörung Luft zu machen. Oder fies und heimtückisch dem Chef am nächsten Tag alles zu erzählen. Oder aber gleich alles wieder abzubestellen. Sorry! SO NICHT!

Ich war halt sehr hungrig.

Und dann schellte es auf einmal an der Tür. Ich hab´s nicht gleich begriffen, weil ja der Mann im Lieferwagen noch saß. Ich war mitten in meiner Observierung.

Es war der Biokisten-Lieferant. Tat ihm so leid, 50 Kunden heute nachmittag. Ich schluckte betreten. Hatte ihn gar nicht kommen sehen. Und dann musste ich so kichern. Fast hätte ich es ihm erzählt. Aber nur fast!

Der da unten guckte noch weiter. Stundenlang. Heute morgen stand der Wagen auch noch da.

Ach ja.

Blogfutter

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Freitag bin ich durch die ganze Stadt gefahren, um ein günstiges und gutes Telefon zu kaufen, dass genau so ist wie das, was wir schon haben, weil das andere neue rauschte und plärrte. Als ich es zu Hause auspackte, musste ich erkennen, dass es australische Stecker hatte und nicht in die Buchse passte. Der Weg zurück durch den Feierabendverkehr war anstrengend. Als der Händler mir lächelnd den dazugehörigen Adapter überreichte, den er leider vorher vergessen hatte, musste ich tief Luft holen.

Freitag habe ich auch meinen neuen Computer bekommen, weil mein alter immer wieder aus dem Internet geschmissen wird. Um dann zu erkennen, dass alle meine alten Programme darauf nicht laufen, weil ich das letzte Mal vor zig Jahren einen Computer gekauft habe und meine Software aus dem Steinzeitalter kommt. Und dieser verfluchte Computer so ultramodern ist, dass er nicht mal meine Tastatur mit den neuesten, ultramodernen Treibern kennen möchte, nicht meinen alten Ipod, kein einziges Lied meiner Musik spielen möchte und auch meine Homepage nur verächtlich anschaut. Dafür bot er mir eine mausgraue traurige Oberfläche und Programme, die ich nicht kenne und eigentlich auch gar nicht kennenlernen möchte. Ich konnte die Nacht nicht gut schlafen.

Samstag wartete ich früh mit meinem neuen frischen Computer auf die Sendung „Gedanken zum Tag“ von Bayern2, in denen laut Programm ein Ausschnitt aus meinem Buch „Mutterschuldgefühl“ gesendet werden sollte. Ich hatte extra auf meinem neuen Computer ein ultraneues Radiosenderaufnahmeprogramm gespeichert und saß da komplett vorbereitet. Die Sendung kam nicht. Ich schaute meinen neuen ultramodernen Computer stumm an und fühlte mein rechtes Auge zucken.

Samstag vormittag mussten wir Matratzen für die Kinder kaufen, weil sie wachsen und wachsen. Matratzen-Kauf, dachte ich erschöpft, todsichere Sache. Kein Problem, wenn man sich in Stiftung Warentest einliest. Nach dem Einkauf stellten wir zu Hause fest, dass ein Loch auf dem Lattenrost gähnte. 5 cm Länge der neuen Matratzen fehlten und damit konnten die Kinder auf dem Hochbett schön in die Fußfalle tappen und sich kopfüber den Hals brechen.

Samstag nachmittag war dann große Einkauf-Rückgabe und Neue-Matratzen-Such-und-Kauf-Zeit.

Samstag abend war kurz.

Sonntag mussten wir all die Hausarbeit und organisatorischen Dinge machen, die wir Samstag nicht schaffen konnten.

Heute sitze ich müde an meinem Arbeitsplatz und will nie wieder einkaufen gehen.

Sehe ich es mal positiv.

Alles Blogfutter.

Das ist ja auch was Schönes.