Technik

Diktat-Workout

Gepostet am Aktualisiert am

Ich habe vor ein paar Wochen einen sehr inspirierenden Vortrag über einen Ideengarten der Autorin Christine Spindler gehört, die in Deutschland und den USA zahlreiche Bücher unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht hat. Es ging in ihrem Vortrag darum, wie ein kreativer Mensch seine vielen kleinen Ideen, die ihr oder ihm so den lieben langen Tag und leider oft auch nachts durch den Kopf wuseln, liebevoll hegt und pflegt und zur Blüte bringt. Wie das geht, kann Christine viel besser erklären als ich, und zwar in ihrem Vortrag, den sie dankenswerterweise zum Download in ihrem Blog zur Verfügung stellt (sie unten den Link).

Ein Hilfsmittel, seine Ideen aber überhaupt erstmal festzuhalten, bevor sie wieder das Weite suchen, hat mich dabei sofort überzeugt: Christine schlug vor, jederzeit ein handliches Diktiergerät bei sich zu tragen, praktischerweise mit einem roten Lämpchen, das während der Aufnahme leuchtet, so dass man auch nachts im Dunkeln gut erkennen kann, ob das Gerät wirklich aufnimmt, was man gerade angeregt hinein flüstert.

Ich war gleich einverstanden. Wer will schon bei jedem Einfall das Licht anmachen, sich und seinen Bettnachbarn vollständig wecken und unschöne Diskussionen führen? Und auch im Alltag – ich finde so ein Diktiergerät ausgesprochen praktisch. Ich muss nicht umständlich nach Stift und Papier suchen, kann mit einer Hand in die Tasche greifen, das kleine Gerät unauffällig an den Mund führen und meine Ideen sofort festhalten. Es ist kein Problem, mit der anderen Hand ein Kind neben sich her zu ziehen oder den Einkaufswagen zu schieben, ja, ich könnte sogar noch launig dabei joggen.

Noch praktischer ist, dachte ich nach Christines Vortrag – und ich fühlte mich äußerst patent mit meinem Einfall – wenn dieses Diktiergerät nicht später mir diktiert, was mir so durch den Kopf schießt, sondern direkt meinem Computer. So etwas geht prima mit einer Spracherkennungssoftware. Ich habe hier ja schon einmal davon berichtet, als meine Schulter lädiert war. Ich diktierte in ein Mikrophon, die Software setzt meine Laute in wohlgeordnete Buchstaben um und außer etwas geschwätzigen Texten habe ich keine großen Nebenwirkungen feststellen können.

Dieses Prinzip lässt sich auf ein Diktiergerät übertragen. Ich spreche hinein, schließe es später per USB an meinem Computer an, die Datei wird übertragen und die Software hält die diktierten Worte schriftlich für mich fest.

So weit die Theorie.

Ach ja.

Joggen und gleichzeitig sprechen, das ist offensichtlich nicht meins. Selbst das beste Spracherkennungssystem kann mit diesem Hecheln, diesen Zischlauten und Wortfetzen leider nichts anfangen. Und ich muss zugeben – auch mein nächtliches Geraune bereitet arge Probleme. Nehmen Sie eine meiner genialen Nachtideen der letzten Woche, frisch aufbereitet von meiner Spracherkennungssoftware:

Ein Wurm könnte auch etwas Laterne sein die sich vom Baugerüst zu Baugerüst Welt sei ist.

Welcher Wurm? Wieso Baugerüste? Und wieso hat der Wurm eine Laterne?

Ich habe nicht die leiseste Ahnung.

An der Software kann es nicht liegen. Ich benutze Dragon NaturallySpeaking 12 und wenn ich tagsüber mit dieser neuen Software klar und deutlich diktiere, passieren keine solchen Malheurs. Die neue Software ist noch weit treffsicherer und effizienter als ihre Vorgängerversion. Und diese war damals schon gut. Nein, die Software macht mir generell Freude. Es liegt an mir.  Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als entweder nachts laut zu reden – was ich tunlichst nicht tun werde!-, oder meine nächtlichen Ergüsse selbst vom Diktiergerät abzuschreiben. Nun gut. Will ich mal fleißig sein. Wenn mir der Wurm begegnet, kann ich ihn dann auch gleich beseitigen.

Fürs Joggen habe ich allerdings noch Hoffnung. Ich werde ein Diktat-Workout machen. Laufen… atmen … RUHIG sprechen…laufen…atmen…RUHIG sprechen…

Oder ich gehe gleich spazieren.

 ___________________________________________________________

Hier geht es zu Christine Spindlers Vortrag, eingestellt in ihrem Blog unter ihrem Pseudonym Tina Zang:

http://www.tinazang.net/2013/10/01/mein-ideengarten/

___________________________________________________________

Und hier zur Spracherkennungssoftware Dragon NaturallySpeaking – die Software ist jetzt auch für Windows 8 geeignet:

http://www.nuance.de/dragon/whats-new-version-12/index.htm

Test: Hochdruckreiniger, oder: Kärcher-Lise

Gepostet am Aktualisiert am

Was das „Googeln“ für das Internet ist, ist das „Kärchern“ in der Welt der Hochdruckreiniger. Und ich weiß gar nicht, ob ich Ihnen dieses Produkt heute vorstellen soll, denn es hat eine gewisse Sogwirkung, die einem kleinen Suchtverhalten durchaus nahe kommt.  Ja, wenn ich nicht inzwischen so erschöpft wäre, würde ich wahrscheinlich mit meinem Hochdruckreiniger munter durch die Straßen unserer Stadt ziehen, meinen Blick kritisch über dies und das wandern lassen und hier und da ein bisschen kärchern…

Aber von Anfang an: Alles fing damit an, dass ich in mühevoller Handarbeit (mit Soda, auf Knien und mit Bürste, um genau zu sein), unseren grauen Balkonboden wieder zur alten hellen Waschbetonfrische verhelfen wollte. Allerdings – ich war nicht recht zufrieden. Dieser Grauschleier! Sie wissen schon! Den aus der Waschmittelwerbung, nur eben auf Steinen! Also habe ich mich mit einem Balkon-Hochruckreiniger bewaffnet. So ein Balkon-Hochdruckreiniger ist relativ klein, handlich, und durch das mitgelieferte Stahlrohr mit Dreckfräse, das einfach aussieht wie ein Besen, auch spritzgeschützt. Außerdem überflutet er nicht den Balkon unter Ihnen, wenn Sie es geschickt anstellen.

Man baut den Reiniger mit einigen Handgriffen zusammen und kann den Reiniger an jeden Wasseranschluss (außer Niederdruck) mit dem beiliegenden Adapter anschließen. Was man dazu braucht, ist allerdings ein Gartenschlauch zwischen Gerät und Wasseranschluss. Ich habe eine kleine Schlauchbox, bin mit dieser Box aber nicht so zufrieden, weil sie so leicht ist, dass sie schnell umfällt und über den Boden schrappt. Hier tut es also auch ein ganz normaler Gartenschlauch.

Wenn Sie dann den Schlauch mit dem Wasseranschluss verbunden haben, den Stecker des Balkon-Reinigers in die Steckdose gesteckt haben und anschalten und den Hebel am Griff der Dreckfräse drücken, springt das Gerät mit überraschend lautem Motor und spürbarer Vibration im Griff an. Sie richten den Wasserstrahldreckfräsenbesen auf Ihren grauen langweiligen Balkonboden und – ich verspreche Ihnen – Sie kriegen große Augen. Denn das, was Sie vorher lange verbissen bearbeitet hatten und doch aussah wie alte Socken, wird von einer auf die andere Sekunde irgendwie so hell. So sauber. Nicht rein, nicht neu, aber doch entscheidend besser!

So. Und damit fing das Ganze an. Nachdem mein Körper sich an das starke Vibrieren und das Motorengeräusch gewöhnt hatte, habe ich mit der beiliegenden Reinigungsbürste die Balkonbrüstung gereinigt. Sssst. Sauber! Danach die Hauswand.  Sssst. Weiß! Ich habe alte Holzstühle entdeckt. Ssssstt. Entmost! Vor dem Haus dunkle Betonplatten. Ssssst. Hell! Die Fahrräder der Kinder. Ssssst. Blitzblank! Und so weiter und so fort. Ich erspare Ihnen jetzt meine Odyssee. Es war einfach berauschend. Motor an, festhalten, spritzen, und schon hat man einen nachhaltigen Eindruck auf seine Umwelt gemacht, der auch noch Wochen, Monate, ja, vielleicht sogar Jahre hält! Wann hat man das schon?

Ich liege gerade ermattet auf dem Sofa, relativ trocken, dank Spritzschutz. Aber es juckt mir schon wieder in den Händen. Könnte ich nicht noch… ?

Ha, ha, mir fällt gerade ein – ich kann gar nicht munter mit dem Reiniger durch die Stadt ziehen. Ich habe ja keinen Akku-Reiniger und öffentlich zugängliche Steckdosen sind ja nicht an jeder Straßenecke zu finden.

Gott sei Dank…

———–

Hier geht es zur Kärcher-Seite des Balcony-Cleaners, mit einem nützlichen Video für alle Anwendungsgebiete und ein Bild, wie der Wasseranschluss nach erfolgreicher Montage aussehen muss:

http://www.kaercher.de/de/Produkte/Home__Garden/Hochdruckreiniger/Produkte/Einstiegsklasse_Hochdruckreiniger/16718030.htm

Meine Schlauchbox:

http://www.kaercher.de/de/Produkte/Home__Garden/Bewaesserungssysteme/Produkte/Schlaeuche_und_Schlauchaufbewahrung/26452100.htm

Spindelmäherin

Gepostet am Aktualisiert am

Ich bin eine Spindelmäherin, jawohl! Und zwar eine ganz begeisterte. Wenn Sie nicht wissen, was das ist – man könnte auch sagen: Rasenmäherin – mit einem Rasenmäher ohne Motor. Mit einem Spindelmäher eben. Solche Rasenmäher gab es früher ja nur. Als es noch keine elektrischen Gartengeräte gab. Ich kann nicht beurteilen, ob die moderne Wissenschaft hier Quantensprünge vollbracht hat. Ich kann mich an meine Kindheitsjahre mit einem Rasenmäher in der Hand leider nicht erinnern, obwohl ich bestimmt ein sehr fleißiges und rühriges Gartenhelferkind war (hüstel…) und so ist ein direkter Erfahrungsvergleich leider von mir nicht machbar. Aber ich kann sagen, wie gut mir dieser moderne Spindelmäher tut.

Was fand ich das Rasenmähen bis vor kurzem anstrengend! Dieser schreckliche Motorenkrach. Dieser Aufwand. Das Kabel, das mir immer wieder vorwitzig vor die Beine krabbelte. Zugegeben ist mein elektrischer Rasenmäher nicht mehr der jüngste, aber wenn ich auf den Nachbargrundstücken die neuesten Exemplare dröhnen höre, kommen die mir auch nicht leiser vor.

Ich habe diese Lautstärke als so unangenehm empfunden, dass ich das Rasenmähen immer wieder gerne verschoben habe. Und dann waren natürlich die Halme irgendwann so lang, dass ich sie oft schwer atmend vom Rasen UND aus dem Mäher kratzen musste. Stecker raus, Maschine umdrehen, säubern, Stecker rein, wieder von vorne loslegen. Rasenmähen war eine lästige Pflicht.

Jetzt aber habe ich diesen Spindelmäher und den trage ich am Griff wie eine Einkaufstasche aus der Laube und dann schiebe ich ihn über den Rasen – und ich höre nur dieses Schnipp- Schnipp und das Aufprallen der Halme in dem Metallbehälter. Es klingt fast wie ein musikalischer Ton … Na gut, ich will nicht übertreiben, das ist vielleicht doch ein bisschen weit hergeholt, aber ich bin ehrlich so begeistert, dass ich jetzt alle paar Tage mähe –  und dadurch muss ich überhaupt keine Halme mehr aufsammeln! Sie sind so kurz, ich lasse sie einfach liegen. Außerdem kann ich zu allen Tageszeiten mähen – es stört keinen mehr. Wenn man sich da nicht freuen darf!

Ist es nicht merkwürdig? Ich stelle auf einmal fest, dass nicht das Mähen selbst anstrengend war (das geht jetzt recht fix und ist gar nicht unangenehm), sondern der Krach dabei.

Ich habe gehört, dass das Klingeln des eigenen Handys Stressareale im menschlichen Gehirn aktiviert, selbst wenn man auf einen Anruf vorbereitet ist. Wundert mich gar nicht mehr. Wäre doch mal interessant, diese Areale im Gehirn auch mal eingehend auf die Wirkung von elektrischen Rasenmähern, Heckenscheren, Laubbläsern und sonstigem Gedröhn zu untersuchen…

 

__________________________________

Empfohlen sind Spindelmäher bis zu einer Rasenfläche von 250 qm. Ich habe den GARDENA Spindelmäher 380 C, der auch bei Stiftung Warentest Testsieger war.

Hier geht es zur Website des Herstellers:

http://www.gardena.com/de/rasenpflege/spindelmaher/380-c/

Aus alt (wii) macht neu (wii): Ligawo

Gepostet am Aktualisiert am

Vielleicht ist es Ihnen schon so gegangen wie mir. Vielleicht haben Sie tatsächlich letztes Jahr gedacht, dass Sie mit einer Nintendo wii ein hochmodernes Gerät erworben haben, das Ihre lieben Kinderchen noch Jahre erfreut.

Und vielleicht ist dann was kaputt gegangen. Sagen wir mal: ein Jahrhunderte alter Fernseher, an dem die Nintendo wii angeschlossen war.

Und nehmen wir mal an, Sie wollten aus diversen Gründen einen neuen Fernseher anschaffen.

Dann haben Sie vielleicht genau wie ich verwirrt mit dem Kabel in der Hand da gestanden, weil Sie nicht wussten, wie Sie das hochmoderne wii-Dingsbums an den neuen hochmodernen Fernseher anschließen können. Denn die Anschlüsse sind heute alle GANZ anders! Und wenn Sie nicht ausdrücklich beim Fernseherwerb darauf geachtet haben, dass mit dem neuen Gerät noch eine mittelalterliche Spielekonsole angeschlossen werden kann, stehen Sie vielleicht wie ich auf einmal ganz blöd da. Ich gehe jetzt nicht in die technischen Details (obwohl ich könnte! Mühsam erworben, sage ich nur, mühsam erworben!!), sondern präsentiere Ihnen gleich die Lösung.

Sie haben folgende Optionen:

Sie können sich stundenlang durch Computerforen im Internet lesen und aufregende Namen diverser Kabel, Boxen und Adapter lernen, sowie sich einarbeiten in die Vorzüge, Nachteile, Preise und Händler. Und dann können Sie viel Geld ausgeben und raffinierte Kabelverbindungen konstruieren und vielleicht haben Sie dann auch noch gute Laune. Wer weiß. Ich kenne Sie ja nicht. Vielleicht haben Sie Spaß an so etwas.

Oder Sie nehmen das hier:

 

Es ist kaum größer als eine Streichholzschachtel und wird hinten in die wii gesteckt und dann mit einem Fernseher, einem Monitor oder einem Beamer mit einem Hdmi-Kabel verbunden. Es verwandelt die analogen Signale der wii in digitale Signale.

Und damit können Sie Ihre steinalte, 12 Monate auf dem Buckel habende Nintendo wii noch ein wenig weiter benutzen in unser schönen schnelllebigen Welt…

Gut, nicht?

________________________________

Hier geht es zur Herstellerseite (Deluxecable):

http://www.deluxecable.de/audio-video-geraete/wandler-konverter/konverter-zu-hdmi/ligawo-wii-hdmi-konverter-skaler-1080p/a-6518816/

 

Test: Bamboo Grafik-Tablet als Mausersatz

Gepostet am Aktualisiert am

Ich bin jetzt schon seit einigen Monaten auf der Suche nach optimalen Arbeitsbedingungen. Nein, ich spreche nicht von traumhafter Bezahlung für geleistete Arbeit (obwohl ich das sehr zu schätzen wüsste, aber ich bin ja doch Realistin!), sondern immer noch von Arbeitsmitteln, die meinem Körper die ewige Schreibtischsitzerei erleichtern.

Mein neues Versuchsobjekt ist nun ein Grafik-Tablet von Bamboo, das eine Maus ersetzen kann. Ich hatte überlegt, ob ich mir eine ergonomische Maus bestellen soll, die die Hand seitlich hält. Aber der hohe Preis hat mich doch etwas abgeschreckt. In der Regel günstiger und auch noch vielseitiger sind diese Grafik-Tablets, meines hier für knapp 90 Euro, mit denen man einerseits Bilder mit einem Stift direkt in Dokumente zeichnen kann oder Fotos bearbeiten könnte, andererseits mit ein paar Handbewegungen oder einem Stift den Computer steuern kann.

Mein Tablet ist ein Bamboo Fun Pen &  Touch, geeignet für PC und Mac, in Small, wobei es gar nicht so klein ist wie sein Name sagt. Es misst 17,6 x 27,8 x 1,1 cm, immerhin. Und ich finde das elegante Design und die hochwertige Verarbeitung sehr ansprechend.

bamboo2

Menschen, die ein Touch-Handy, ipad oder ähnliche Produkte ihr eigen nennen, werden mit den geforderten Handbewegungen für das Tablet schnell vertraut sein. Ich kann scrollen, durch das Web surfen, Bilder drehen und durch Fotogalerien blättern nur durch ein paar gezielte Wischbewegungen mit den Fingern. Für mich, als notorische Smartphone-Verweigerin, ist das etwas schwierig. Ich muss üben. Und auch der Stift ist erst ungewohnt, weil er bereits wenige Millimeter in der Luft über dem Tablet reagiert. Doch nach zwei Wochen hatte ich den Dreh ganz gut heraus.

Der große Vorteil des Stiftes gegenüber der Maus liegt darin, dass die Hand sehr viel mehr Bewegungsmuster ausführt. Schmerzen in der Hand oder im Arm werden dadurch vorgebeugt. Allerdings ist es gewöhnungsbedürftig, für einzelne Aktionen während des Tippens den Stift in die Hand zu nehmen. Das Tablet liegt neben meiner ergonomischen Tastatur sehr weit rechts, so dass die Armhaltung dabei nicht besonders vorteilhaft ist.

Sehr viel besser allerdings ist das Tablet, wenn man es direkt vor sich liegen hat und damit Bilder und Grafiken bearbeitet. Der Stift kann sehr punktgenau zugreifen. Die Bedienung ist einfach und das Tablet kommt mit diversen Lehrgängen einher.

Für Hobby-Liebhaber von Photoshop und eigener Grafiken dürfte das Bamboo eine reine Freude sein.

_____________________________

Das Bamboo kann mit entsprechendem Zubehör auch kabellos eingesetzt werden. Hier geht es zu Bamboo auf der Website des Herstellers, Wacom:

http://www.wacom.eu/index2.asp?pid=294&spid=4&lang=de

DRAGON – Zum Diktat, bitte!

Gepostet am Aktualisiert am

Ich habe jetzt einen Assistenten, der das tippt, was ich ihm sage.

Schick, nicht?

Aber die Lösung ist ganz einfach. Ich habe schon seit längerer Zeit körperliche Wehwehchen wenn ich den ganzen Tag am Schreibtisch sitze und tippe. Da kam ich auf die Idee, es mit einem Spracherkennungssystem zu versuchen. Ein Programm, das durch meine Stimme gesteuert wird und  meine Worte in druckreife Schrift umsetzt. So ein Programm ist Dragon NaturallySpeaking 11.5. Ich sitze hier gemütlich an meinem Schreibtisch und diktiere in ein kabelloses Mikrofon, und der Computer vor mir schreibt eifrig mit.

Natürlich gab es anfangs Schwierigkeiten. Das Programm musste sich erst auf meine Stimme und auf meine Sprechweise einstellen, um alle Wörter akkurat zu verstehen. Aber von Mal zu Mal, von Text zu Text, von Sprachtraining zu Sprachtraining wird es besser. Neue Wörter, ungewohnte Eigennamen oder unbekannte Marken kann ich dem System beibringen, in dem ich die Wörter selbst eintippe und vorspreche. Das Programm lernt schnell, und das macht Freude.

Ich muss sagen, ich war schon begeistert von der Auswahl der Trainingstexte. Das waren keine drögen Texthappen, sondern leckere Appetithäppchen. Zu Anfang musste ich etwa fünf Minuten lang einen interessanten Text zu Problemen der Spracherkennung lesen, und der Text war wirklich gut geschrieben und interessant. Ich hatte mir bisher keine großen Gedanken gemacht, was wir Menschen eigentlich alle für kleine Genies sind, in den unterschiedlichsten Umgebungen und Milieus Sprache filtern und verstehen zu können. Danke schon einmal für diese Erkenntnis.

Dann habe ich mir noch die  Geschichte „Der Hase und der Igel“ ausgesucht und einen witzigen Text eines amerikanischen Autors. Ich diktiere gerade eben jetzt mein Blog mit eben diesem Programm, und es macht wirklich diebische Freude, seine eigene Sprache in Sekundenschnelle auf dem Bildschirm“ gedruckt „zu sehen. Ich weiß noch nicht, was das genau mit mir macht. Es fehlt ja das sinnliche Erlebnis der Berührung der Finger mit den Tasten. Dafür höre ich jetzt meine eigene Stimme. Ich bin sehr gespannt, wie sich das langfristig auf das Schreiben von literarischen Texten auswirkt. Natürlich erhoffe ich mir ungeahnte belletristische Höhenflüge! Frei vom Tippen und von der lästigen Anspannung im Nacken könnte ich ja geradezu geniale Gedankenstränge entwickeln. Aber ich muss gestehen, es ist noch nicht so weit. Und vielleicht wird es auch nie so weit sein. Nicht nur nicht, weil ich vorher noch alle Befehle lernen muss, wie ich mit meiner Sprache das Programm steuern kann… 🙂

Ich könnte auch den Rechner mit den Sprachbefehlen steuern. Also Dokumente öffnen, schließen, Programme aufrufen etc.. Aber dabei gab es einige Verwirrungen – ich beherrsche die Befehle noch nicht – und ich bin immer noch schneller mit dem Klick per Hand als mit den Befehlen per Stimme. Auch wäre es möglich, über eine App mobil in ein Iphone, Ipad oder in einen Ipod zu diktieren und das Diktat dann hinterher vom System „abschreiben“ zu lassen. Das habe ich aber noch nicht testen können. (Just jetzt ging mein Ipod kaputt.)

Es gibt das Spracherkennungsprogramm für Windows 7 / Vista/ XP und für Mac OS X. Das Programm für Windows scheint mir ausgereifter und die Bedienung relativ einfach. Man merkt, dass für Windows schon lange entwickelt wurde. Beim Mac ist zwar das Design von Dragon perfekt angepasst , aber es bedarf einiger Einstellungen in den Systemen vorab. Unbedingt ratsam ist es daher, die Benutzerhandbücher vor Gebrauch sorgfältig zu lesen. Leider sind nicht alle Information in einer Druckversion auf der CD zu finden, sondern viele Informationen sind nur über die Hilfe-Funktion im Programm selbst einzusehen. Das finde ich ungünstig gelöst. Ansonsten bin ich mit dem Programm sehr zufrieden, auch wenn ich mich nicht blind darauf verlassen möchte. Eine abschließende Korrektur ist unerlässlich. Daher ist das Programm meines Erachtens auch nicht für Sehbehinderte geeignet (obwohl man sich die Texte auch vom Programm vorlesen lassen kann, aber dazu muss der Text markiert sein; abgesehen davon ist es auch nicht als eine derartige Hilfe gedacht), zum anderen reicht mir deswegen eigentlich eine preiswertere Dragon Version, die das Mikrofon per USB-Kabel anschließt. Ich hatte davon geträumt, mit einem Wireless-Kopfhörer, der immerhin 10 Meter Abstand zum Gerät erlaubt, frei umherlaufen zu können. Aber bisher sitze ich immer noch brav vor dem Bildschirm und passe auf.

Aber wer weiß? Vielleicht sind das Programm und ich in naher Zukunft so gut auf einander eingestellt, dass ich bald Bücher und Texte schreibe, während ich auf der Yogamattesitze und entspanne. Oder ich koche oder bügele oder fahre gerade lustig Fahrrad und mein Diktiergerät baumelt vor meiner Brust. Aber um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass ich diesen Zustand je erreichen werde. Es braucht doch eine recht klare Aussprache und wenig Nebengeräusche, damit das System meine Sprache erkennen kann.

Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass mein Blog-Text schon sehr viel länger ist als sonst, und das liegt sicherlich daran, dass mein Assistent für mich tippt. (Ob ich jetzt ins Labern komme?  🙂 )

Fazit: Eine schöne Sache für all die, die ihre müden Schultern, Nacken und Arme bei der Büroarbeit etwas entlasten wollen. Und wer nicht so schnell tippen kann, für den ist es sowieso sehr praktisch.

__________________________

Hier geht es zu der Homepage von NUANCE, wo verschiedene Versionen angeboten werden (ich habe Dragon NaturallySpeaking Premium 11.5 wireless (Windows) und Dragon Dictate  für Mac OS X getestet)

http://www.nuance.de/for-individuals/by-product/dragon-for-pc/index.htm

Ebook-Reader: Sony und Kindle

Gepostet am Aktualisiert am

Es ist unglaublich, wie sich die Welt der Leser/innen und Autoren/innen in den letzten Jahren verändert hat, und das liegt zum großen Teil an der Entwicklung der Ebooks, der elektronischen Bücher. Wie viele Bücherliebhaber war ich am Anfang skeptisch, doch inzwischen bin ich tatsächlich so begeistert, dass ich kurz ein paar Funktionen darstellen will, die mir besonders gefallen.

Ebook-Reader sind für mich als Leserin interessant, nicht nur, weil ich auf langen Reisen unzählige Bücher mitnehmen kann und doch nur dieses kleine leichte Tablet mitnehmen muss, dass ungefähr die Größe meiner Hand hat, sondern weil ich die Schriftgröße meines Buches verändern kann. Wenn ich das Gefühl habe, die Schrift wird mir zu klein, kann ich mit ein paar wenigen Handgriffen die Größe so groß einstellen, dass ich meine Lesebrille nicht suchen muss.

ebooks2

Bei Sony PRS-T1 (EUR 149,-), der im ausgeschalteten Modus bei diesem Test-Modell einfach nur schön rot und schlicht ist, kann man diese Größen mit dem Zeigefinger und dem Daumen verändern, indem man mit einer bestimmten Bewegung über den Touchscreen fährt. (Kurz-Anleitung liegt bei.) Oder man geht über den Touchscreen in die Einstellungen.

Der preiswertere  Kindle (EUR 99,-), der bei mir auch im ausgeschalteten Zustand ständig Werbung trägt, hat keinen Touchscreen, sondern Tasten, die von Menü zu Menü führen. Daher ist er auch nicht so für Notizen geeignet wie der Sony, bei dem man direkt auf die Seiten mit einem Spezial-Stift zeichnen und schreiben kann. Der Kindle hat nur eine Tastatur im Menü, bei dem man die Buchstaben einzeln anwählen muss. Wer also gerne in Bücher Notizen schreibt, ist mit dem Sony vielleicht besser bedient. (Wobei die Notizen erst wieder über den Computer nutzbar sind.) Ich habe da ehrlich gesagt keine Vorlieben. Ich bin es mit einem Touchscreen nicht gewohnt und mir liegt zur Zeit noch die handgreifliche Variante über die Tasten mehr. Aber das kann sich ja noch ändern.

Lesen lässt sich auf beiden sehr gut. Es ist überaus angenehm, denn beide verfügen über die E-Ink-Technologie, eine Art digitale Tinte, die derzeit beste Technologie auf dem Markt, die viele andere Ebook-Reader noch nicht haben. Kein Vergleich mit dem anstrengenden Lesen auf dem Computer.

Und damit komme ich zu meinen persönlichen Highlight bei Ebooks: Ich kann mit dem Ebook meine eigenen Texte lesen. Es ist leicht, sie auf das Ebook zu laden. Nicht nur als pdf, sondern auch im Ebook-Format. Im Internet gibt es die Gratis-Software Calibre und damit ist mein Text im Handumdrehen für die Reader eingestellt. Das ist eine sehr schöne Sache für all die, die viel schreiben müssen und ihre Texte oft lesen müssen, um sie zu korrigieren. Es ist sehr entspannend für die Augen, nicht immer auf Computer-Monitoren zu lesen, und auch der andere Blickwinkel auf den Text ist erstaunlich hilfreich. Abgesehen davon, dass ich auch so die Textentwürfe meiner schreibenden Freundinnen ganz entspannt nachlesen kann und sie die meinen. Wir schicken uns unsere Texte über das Internet, laden sie auf die Ebooks und haben es so sehr leicht, uns zu beraten. Wir müssen nicht mehr vor dem Monitor hängen und uns die müden Augen reiben.

Bücher einkaufen geht über den Kindle leicht. Er ist über WLAN mit Amazon verbunden – ein Knopfdruck, und schon ist man um Geld ärmer, aber um ein Buch reicher. Bei Sony muss man erst über den Computer bei den großen Buchhandlungen im Internet kaufen und dann das Gerät mit dem Reader synchronisieren. Ich mache das aber auch beim Kindle, weil ich gar kein WLAN habe. Das ist kein großer Akt und ehrlich gesagt bin ich froh, nicht soooo leicht an Bücher kommen zu können. Mein Bankkonto dankt es mir. 🙂

Ein Vorteil hat der Sony aber dafür auf anderer Seite gegenüber dem Kindle: Immer mehr Stadtbüchereien und Bibliothen verleihen Ebooks über das Internet, und der Sony hat wie viele andere Ebook-Reader die Fähigkeit, diese Formate der Büchereien – das berühmt berüchtigte epub-Format – lesen zu können. Kindle geht da leider einen gesonderten Weg. Nur das, was über Amazon gekauft wird, kann legal auf dem Kindle gelesen werden.

Das heißt, mit einem epub-Reader können Sie für Ihren Mitgliedsausweis in der Stadtbücherei zu Hause bequem am Computer sitzen und sich Bücher runterladen und direkt auf den Reader holen. Das finde ich eine wirklich gute Idee, auch für Menschen, die nicht mobil sind. Derzeit sind noch viele Ebook-Büchereien im Aufbau, aber die Anzahl der Ebooks steigert sich täglich. Wenn Sie Interesse haben – rufen Sie bei Ihrer Stadtbücherei an. Auch zwischen kleinen Städten haben sich Netzwerke gebildet, die gemeinsam einen Ebook-Pool anbieten. Und die Damen und Herren dort können auch genau sagen, welche Ebook-Reader für die betreffende Bücherei geeignet sind.