TV

Flüssigkeiten-Werbung

Gepostet am Aktualisiert am

Nein, mit „Flüssigkeiten-Werbung“ meine ich nicht Wein, Wodka, Whiskey oder sonstige belebende Getränke, sondern diese merkwürdigen Körperausscheidungen, die einem jetzt überall im Fernsehen entgegen springen.

Wissen Sie, was ich meine?

Da ist die lustige WC-Reiniger-Werbung, die uns teilhaben lässt an den üblen Farben und Sedimenten unserer Toilettenwelt. GUT, dass es kein Geruchsfernsehen gibt! Da ist das Nasenspray, das – wir sehen es genau! – uns vor den garstigen, fiesen Nasenschleim befreit, der gerade stinkig über den Bildschirm wabert. Da ist der Fußpilz, der – Animationstechnik sei Dank! – sich ausbreitet wie ein übles Geschwür und man seinem ärgsten Feind nicht wünschen würde. Und wenn wir Glück haben, dürfen wir auch noch der erschütternden Einflussnahme von suspekten Raumsprays beiwohnen, die ihren – per Augenbinde – erblindeten Gästen vorgaukeln, in einer regelrechten Frische-Oase zu sein. Während sie aber leider, leider in einem Sumpf ekliger Patina stecken. Würg. Ich will gar nicht wissen, wo die überhaupt herkommt.

Ich ahne Schlimmes – sie werden doch wohl nicht bei den anderen Ausscheidungen bald munter weitermachen? Diese „nicht mehr nachts müssen müssen“ ist mir auf einmal sehr lieb. Auch reicht es mir völlig, wenn eine Dame lustig auf und nieder hüpft, um die Auffangquote ihrer Hygiene-Artikel zu demonstrieren. Mehr will ich nicht wissen.

Ach, waren das noch Zeichen, als Kinder blutende Kniee im Fernsehen zeigen mussten, um den phänomenalen Erfolg eines Waschpulvers bei Blutflecken zu zeigen…

Toi. Toi. Toi. Ich drücke uns allen die Daumen, dass die Flüssigkeiten-Werbung wieder zu ihren Wurzeln findet!

Advertisements

Dschungelcamp-Boykott

Gepostet am Aktualisiert am

Jetzt kommt erst einmal einer dieser Sätze, die man immer überall und irgendwo hört: Ich schaue das „Dschungelcamp“ im Fernsehen nicht.

Tue ich wirklich nicht. Aber nicht, weil mir das Niveau zu tief wäre, sondern schlicht und ergreifend, weil ich es tragisch finde, was dort mit den Menschen gemacht wird. Durch die Presse Online und im TV geistern immer wieder Bilder und Nachrichten, wie sich die Menschen dort im Schlamm quälen und gebärden, und jedes Mal kann ich es nicht fassen, dass andere Menschen solche Events planen, organisieren, verkaufen und kommentieren und ihre Mitmenschen für Geld und Häme durch die Hölle gehen lassen.

Nun kann man sagen – warum gehen Menschen überhaupt in so ein Camp? Sie wissen doch, was sie erwartet? Sie sind doch erwachsen! Doch seien wir doch mal ehrlich – kaum jemand wird in ein solches Camp gehen, der nicht Geld oder Anerkennung braucht, aus welchen Gründen auch immer. Natürlich muss man so etwas nicht machen. Es ist, gelinde gesagt, nicht sehr klug. Aber allein, dass jemand so weit kommt, dass er DENKT, er müsse sich derart verkaufen, erregt mein höchstes Mitleid. Das Argument, ein Erwachsener wisse, was er tue, und daher kann man mit ihm machen, was man will, nur weil man es vorher mit ihm vertraglich geregelt  hat, widert mich an. Ich empfinde Abscheu für Menschen, die andere Menschen in ihren finanziellen und emotionalen Notlagen ausnutzen.

Dschungelcamp, DSDS, Frauentausch, um nur die drei bekanntesten Sendungen zu nennen – es gibt eine lange Liste, für die ich mich fremdschäme. Schäme für die, die so etwas initiieren. Und mich auch schäme für die, die sich so etwas mit Freude ansehen. Letztendlich schäme ich mich, Teil einer Gesellschaft zu sein, die so etwas billigt.

Nein, ich schaue das Dschungelcamp, DSDS und Frauentausch nicht. Mit meiner ganz privaten Einschaltquote soll bitte kein Geld verdient werden.

Raus aus dem Kloster

Gepostet am Aktualisiert am

Ich habe gerade im WDR Fernsehen eine Reportage gesehen, die mich hellwach werden lässt. „Raus aus dem Kloster“ heißt sie, die Autorin ist Christiane Haas. Da sind zwei Nonnen – Schwester Regina und Schwester Katharina – , die sich seit Jahren weigern, aus dem Kloster Stolberg-Zweifall auszuziehen, das vor fünf Jahren offiziell aufgelöst wurde. Sie wollen das Kloster nicht aufgeben und hoffen auf neue Mitschwestern. Und sie nehmen kein Blatt vor dem Mund – der Aachener Bischof entzöge sich jeden Gesprächs, sie würden wie „Putzfrauen“ behandelt. Sie reden offen von patriarchalischen Strukturen.

Ich finde das sehr faszinierend. Die kämpferischen Karmelitinnen ernten von ihren Ordensschwestern in anderen Klöstern harsche Kritik. Sie seien „eine Schande“ für den Orden, erzählt ihnen die Reporterin die Meinung der anderen vor laufender Kamera. Aber das scheint die Schwestern nicht zu kümmern. Jedem stehe seine freie Meinung zu.

Das kann ich nur unterstützen.

Unter diesem Link steht ein Artikel:

http://www.wdr.de/tv/huh/sendungsbeitraege/2011/12/01.jsp

Und hier geht es zum Film:

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/ergebnisse/sendung.xml?rankingtype=sendung&rankingvalue=Hier%20und%20Heute

Filmguckerin

Gepostet am Aktualisiert am

Geht Ihnen das auch so? Wenn Sie einen Film sehen, und dann bleibt offen, was Sie aber gerade wirklich sehr interessiert hätte, dann ist der Filmgenuss sehr getrübt?

Gestern haben wir auf DVD Johnny Depp als Pirat gesehen, Folge 4, und mal abgesehen von all dem Klimbim (gähn…) war die Geschichte doch sehr mager. Nur eine kleine Liebesgeschichte dabei hat mich aufhorchen lassen. Fiese, böse Meerjungfrau, die wunderschön und unschuldig aussieht, aber wie alle ihres Blutes abends auch mal gerne einen Homo sapiens nascht (nicht vernascht!) wird von einem jungen Mann bewundert und geliebt. Und er opfert sich für sie und rettet sie und sie macht liebe Augen und wispert, sie könne ihn retten, küsst ihn hingebungsvoll und – schwups – sinkt er zu ihr ins Wasser und sie schnappt ihn und dann sieht man sie nur noch durch das Meer davoneilen. Sie die Powerfrau, er bewusstlos in ihren Armen. Unter Wasser, versteht sich.

Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass man den jungen Mann und die Meerjungfrau dann irgendwann bei Käffchen und Kuchen bei den Meerjungfrau-Eltern an der heimischen Muschel sieht. Oder beide sitzen innig verschlungen auf einem Felsen, die Sonne geht tiefrot unter und er streichelt versonnen seinen neuen Fischschwanz. Oder er springt wie ein Delphin lustig über die Wellen neben dem Piratenboot.

Kam aber nicht. Es kam gar nichts. Auch nicht im Abspann. Ich saß irritiert da und schaute eisern bis zum Schluss (behaupte ich jetzt mal), und kein junger Mann mit Meerjungfrau wurde mehr gesehen. Das finde ich nicht schön. Da muss man doch zwangsweise ins Grübeln kommen. Ist die Meerjungfrau gar nicht auf einmal lieb geworden, sondern hat verschlagen ihre Beute ermogelt? Ist der junge Mann jetzt Knöchelchen auf Meeresgrund? Wenn ja, warum? Warum in so einem Film? Diese ernste Note, das muss doch nicht sein!

Heute abend gucke ich „Twilight.“ Na, das wird ein Spaß.

Entweder Broder

Gepostet am Aktualisiert am

Meine Lieben,

ich habe immer noch Tränen in den Augen, vor Lachen. Pia Ziefle hat diesen Beitrag verlinkt und deshalb verlinke ich auf ihre Seite. Zugegeben, eine sehr spezielle Art von Humor, aber wem es gefällt…

http://www.denkding.de/2011/09/guck-mal-wer-die-erde-rettet-entweder-broder/

Fußball-Kommentator, männlich

Gepostet am Aktualisiert am

Ich habe ja etwas gezögert, ob ich noch was zum gestrigen Fußballspiel der Frauen sagen soll. Aber es muss einfach raus. Und gerade auf Twitter habe ich gesehen, dass ich damit nicht alleine stehe.

Mann. Dieser Kommentator-Mann! Was habe ich mich aufgeregt.

„Birgit Prinz sieht so traurig aus.“ Ich freue mich schon auf ähnliche Sätze bei den Männern: „Der Poldi sieht so traurig aus.“

Oder – wie gerade DieBurgerin twitterte: “ ´So einsam muss sich Birgit Prinz jetzt fühlen.` Boahhhhh“

Ja, genau. Wir Frauen können immer nur auf Gefühl und nicht mit Kampfgeist. Wir haben immer ganz doll Angst vor AUA, ob seelisch oder körperlich. Ne? Diese immer wiederkehrenden Psychogramme waren unerträglich.

Und was die Spielerinnen alles noch lernen müssen! Irre ich mich oder hat der Kommentator immer wieder gerne erzählt, was da noch fehlt, um wirklich anerkannt zu werden?

Das nächste Mal sitze ich mit einem Schreibblock daneben. So viel Stoff für Popcorn bekomme ich so schnell nicht wieder.

Ich bin dafür, dass das nächste Mal eine Frau kommentiert. Die macht das dann vielleicht nicht so weinerlich.

Mann!

(Übrigens: wer mich neuerdings beim twittern ertappen möchte, findet mich unter Ulrike_Hartmann)

Momentaufnahme: Nach dem Fußballspiel

Gepostet am Aktualisiert am

Nervige Kommentare von Fußballkommentatoren können sehr betrüben. (Fast so wie rottenschlechte Schiedsrichterinnen. Aber nur fast…).

Mein gerade frisch erfundenes Wort zur Nacht: Depritar. Depritare sind furchtbar deprimierende Kommentare. Was für ein tolles Wort. In Deutschland quasi jederzeit verwendbar.

Da kann man mal sehen, wozu etwas gut ist…

Gute Nacht!